Stilvoll feiern in der Kuhkapelle

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Die Kreuzgewölbe in Rheinhessen - oder wie kamen die Kühe in die Kapellen?

Auch wenn sich dem Besucher der Kuhkapellen im ersten Moment vielleicht der Eindruck aufdrängt, deren Entstehung reiche weit zurück, so liegt hier ein Irrtum vor:

Die meisten der rheinhessischen Kreuzgewölbeställe entstanden erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts!

Nach der Agrarrevolution Ende des 18. Jahrhunderts gewann die Stallhaltung immer mehr an Bedeutung.

Der Rückgang der Dreifelderwirtschaft und der Anbau von Klee und Luzerne verlagerten die bäuerliche Arbeit mehr auf die Milchwirtschaft, und es kam dadurch zur Steigerung des landwirtschaftlichen Ertrages.

Ein Problem blieb jedoch die Brandgefahr, denn das Heu lagerte direkt über den Ställen. Die Brandversicherungskammern hatten zunehmend Schwierigkeiten mit der Schadensregulierung. Der Maurermeister Franz Ostermayer aus Eisenberg hatte die rettende Idee:

Inspiriert von der Viehhaltung in ehemaligen Klosterrefektorien nach der Säkularisierung* unter Napoleon (*Überführung von Kirchengütern in weltlichen Besitz), entwickelte er die Architektur, die Rheinhessen heute so unvergleichlich macht. Zu dieser Zeit konnte man nur in der Art von Kreuzgewölben, wie sie in sakralen Gebäuden bekannt waren, größere Deckenflächen statisch sicher konstruieren.

1841 griff der Landwirtschaftliche Verein von Rheinhessen diese Idee als beispielhaft auf. Ein Jahr später rief die großherzogliche Provinzialregierung in Mainz dazu auf, bei Ostermayer in die Lehre zu gehen. So entstanden als erstes rheinhessisches Großprojekt in wenigen Jahren über 200 Kreuzgewölbeställe. Nach 1870 lösten die preußischen Kappendecken unter Verwendung von Baustahl die Kreuzgewölbe ab.

Ca. 100 Jahre später fielen viele Kreuzgewölbeställe mit dem Rückgang der Milchwirtschaft in einen Dornröschenschlaf. Oft fristeten sie ihr Dasein als Abstell- und Rumpelkammern.

Erst in jüngster Zeit entdeckten die Besitzer der Gewölbe ihren historischen Wert und richteten sie wieder liebevoll her.

1999 gründete sich die Interessengemeinschaft Rheinhessische Weingewölbe, die es sich zur Aufgabe machte, die Gewölbebesitzer in ihren Aktivitäten zu unterstützen und diesen unverwechselbaren Baustil für Rheinhessen hervorzuheben.

Heute werden die Gewölbe auf unterschiedliche Weise genutzt: Als Strausswirtschaften, Weinprobierstuben, Ateliers, Verkaufsräume, für kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte und Kunstausstellungen und auch zur Anmietung für private Feiern.

   

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